Wer ein YouTube-Video mit dem üblichen Code einbettet, setzt einen iFrame auf die Seite. Der Browser lädt ihn sofort, auch wenn niemand das Video startet: Player, Skripte und Vorschaubild, alles von Servern von Google. Dabei geht die IP-Adresse des Besuchers an Google, und YouTube kann Cookies und ähnliche Speicher anlegen.
Für das Speichern von Informationen im Gerät des Besuchers verlangt § 25 TDDDG eine Einwilligung, außer es ist für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich.
Was der erweiterte Datenschutzmodus ändert
YouTube bietet beim Einbetten den „erweiterten Datenschutzmodus“ an. Der Code verweist dann auf www.youtube-nocookie.com statt auf youtube.com. Nach Angaben von Google speichert YouTube in diesem Modus erst dann Informationen über den Besucher, wenn er das Video abspielt.
Technisch bleibt: Schon der Player ist eine Anfrage an einen Server von Google, die IP-Adresse geht also beim Seitenaufruf an Google. Unser Check zeigt deshalb auch youtube-nocookie.com als Datei von einem fremden Server.
Die Lösung: erst das Bild, dann das Video
Bei der Zwei-Klick-Lösung steht an der Stelle des Videos zunächst ein Bild von Ihrem eigenen Server, mit Abspielknopf und einem kurzen Hinweis. Erst wenn der Besucher klickt, lädt der Browser den YouTube-Player.
- Legen Sie ein Vorschaubild auf Ihren Server: ein eigenes Bild oder das Vorschaubild Ihres eigenen Videos.
- Setzen Sie es an die Stelle des Videos, mit dem Hinweis, dass beim Abspielen Daten an YouTube (Google) gehen.
- Ein kleines Skript ersetzt das Bild beim Klick durch den Player, am besten mit youtube-nocookie.com und automatischem Start, damit ein Klick reicht.
- Prüfen Sie ohne Klick im Netzwerk-Tab (F12): Es darf keine Anfrage an youtube.com, youtube-nocookie.com, ytimg.com oder googlevideo.com erscheinen.
Oder: sperren bis zur Einwilligung
Haben Sie ohnehin einen Cookie-Banner, kann er YouTube sperren, bis der Besucher zustimmt. Zeigen Sie an der Stelle des Videos dann einen Hinweis, sonst sieht der Besucher nur eine leere Fläche.
Oder: Video selbst ausliefern
Kurze Videos können Sie als MP4-Datei auf Ihren eigenen Server legen und mit dem HTML-Element <video> einbinden. Dann geht keine Anfrage an fremde Server. Für lange Videos ist das wegen Datenmenge und Ladezeit selten sinnvoll.
Joomla
Joomla selbst hat keine Zwei-Klick-Funktion für Videos. Templates, Page-Builder und Erweiterungen bringen oft eine mit.
In YOOtheme Pro hat das Video-Element die Einstellung, das Video erst beim Klick zu laden. Setzen Sie dabei ein eigenes Vorschaubild: Ohne eigenes Bild nimmt YOOtheme das Vorschaubild von img.youtube.com, also wieder von einem Server von Google. Nutzen Sie den Consent Manager von YOOtheme, wartet das Video auf die Zustimmung.
WordPress
WordPress wandelt eine eingefügte YouTube-Adresse automatisch in einen eingebetteten Player um. Der lädt sofort von YouTube. Plugins wie „Embed Privacy“ ersetzen ihn durch ein Vorschaubild, das erst nach einem Klick lädt; viele Banner-Werkzeuge können eingebettete Inhalte bis zur Einwilligung sperren.