Der Banner selbst schützt keine Daten. Entscheidend ist, was die Website vor der Entscheidung und nach „Ablehnen“ lädt. Ein typischer Fehler: Der Banner erscheint, aber im Hintergrund läuft schon ein Statistik-Dienst oder ein Werbe-Pixel.
Was die Regeln sagen
- § 25 TDDDG: Informationen im Gerät des Besuchers speichern oder auslesen, etwa per Cookie oder localStorage, braucht eine Einwilligung, außer es ist für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich.
- Art. 4 Nr. 11 DSGVO: Eine Einwilligung ist freiwillig, für den bestimmten Fall, informiert und unmissverständlich, also eine aktive Handlung.
- Art. 7 Abs. 3 DSGVO: Der Widerruf muss so einfach sein wie die Einwilligung.
- Vorausgewählte Häkchen sind keine Einwilligung (EuGH, Urteil vom 01.10.2019, C-673/17 „Planet49“).
- Das Verwaltungsgericht Hannover hat am 19.03.2025 (Az. 10 A 5385/22) eine Anordnung der Datenschutzbehörde Niedersachsen bestätigt: Bietet ein Banner auf der ersten Ebene „Alle akzeptieren“ an, gehört dort auch eine sichtbare Möglichkeit zum Ablehnen hin.
Diese Übersicht ist keine Rechtsberatung. Wie Ihr Banner rechtlich zu bewerten ist, beurteilt Ihr Anwalt oder Datenschutzbeauftragter. Wir prüfen die Technik.
Was „Ablehnen“ technisch leisten muss
- Vorher nichts laden. Bis zur Entscheidung laden keine Tracker, Pixel, Videos oder Karten, die eine Einwilligung brauchen.
- Gleich leicht. „Ablehnen“ steht auf derselben Ebene wie „Akzeptieren“, gleich gut sichtbar, ohne Umweg über „Einstellungen“.
- Wirklich sperren. Nach „Ablehnen“ gehen keine Anfragen an Tracking-Dienste, und es entstehen keine Tracking-Cookies.
- Entscheidung merken. Die Seite merkt sich die Ablehnung und fragt nicht auf jeder Seite neu.
- Änderbar bleiben. Ein Link wie „Cookie-Einstellungen“ im Fuß öffnet den Banner wieder, damit Besucher ihre Wahl ändern oder widerrufen können.
In fünf Minuten selbst prüfen
- Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Fenster und drücken Sie F12.
- Klicken Sie noch nichts an. Erscheinen im Reiter „Netzwerk“ schon Adressen wie google-analytics.com, googletagmanager.com, facebook.net oder doubleclick.net, lädt die Seite vor der Entscheidung.
- Klicken Sie „Ablehnen“ und laden Sie die Seite neu. Jetzt darf keine Anfrage an diese Dienste mehr erscheinen.
- Im Reiter „Anwendung“ (Chrome) oder „Web-Speicher“ (Firefox) sehen Sie die Cookies. Nach „Ablehnen“ dürfen dort keine Tracking-Cookies wie
_ga,_gidoder_fbpstehen. - Öffnen Sie über den Link im Fuß die Cookie-Einstellungen und prüfen Sie, ob Sie Ihre Wahl ändern können.
Achtung beim Einwilligungsmodus von Google
Viele Banner arbeiten mit dem „Consent Mode“ von Google. In der erweiterten Variante lädt Google Analytics schon vor der Entscheidung und sendet nach Angaben von Google auch nach einer Ablehnung Signale ohne Cookies an Google, unter anderem mit Browser-Angaben und IP-Adresse. Im Netzwerk-Tab sehen Sie diese Anfragen. Welche Variante läuft, stellen Sie im Banner-Werkzeug oder im Tag Manager ein.
Joomla und WordPress
Weder Joomla noch WordPress bringen einen Cookie-Banner mit. Für beide gibt es Banner-Werkzeuge als Erweiterung oder als externen Dienst; externe Dienste laden den Banner selbst von ihrem Server. YOOtheme Pro hat einen eigenen Consent Manager.
Achten Sie darauf, dass das Werkzeug Skripte wirklich sperrt und nicht nur den Banner zeigt. Meist müssen Sie dafür jeden Dienst einer Kategorie zuordnen. Skripte, die direkt im Template stehen, laufen sonst am Banner vorbei.