Ein Kontaktformular ist oft die einzige Stelle, an der eine Website Namen, E-Mail-Adressen und Nachrichten annimmt. Gerade hier lohnt es sich, nach dem Grundsatz der Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO) zu bauen.
Sieben Punkte für ein datensparsames Formular
- Wenige Pflichtfelder. Für eine Antwort reichen meist E-Mail-Adresse und Nachricht. Telefon, Anschrift oder Firma sind freiwillig und als freiwillig gekennzeichnet.
- Kein Häkchen vorausgewählt. Newsletter oder Rückruf wählt der Besucher selbst an.
- Nur über HTTPS. Seite und Formularziel laufen über HTTPS, sonst gehen die Eingaben unverschlüsselt durchs Netz.
- Eigener Mailserver. Die Nachricht geht über den Mailserver Ihrer Domain, nicht über einen fremden Formulardienst, der die Einsendungen auf seinen Servern ablegt.
- Spam-Schutz ohne fremden Dienst. Honeypot, Zeitprüfung oder Proof of Work statt reCAPTCHA. Anleitung: Spam-Schutz ohne reCAPTCHA.
- Kurze Speicherfrist. Speichert das Formular Einsendungen in der Datenbank, legen Sie fest, wann sie gelöscht werden. Oft reicht die E-Mail im Postfach.
- Keine Tracker im Ablauf. Auf Formularseite und Danke-Seite laden keine Werbe-Pixel oder Conversion-Skripte vor der Einwilligung.
Ein Link zur Datenschutzerklärung direkt am Formular hilft Besuchern. Was im Text stehen muss, klärt Ihr Anwalt oder Datenschutzbeauftragter.
Joomla
Das Kontaktformular von Joomla (Komponente Kontakte) verschickt Nachrichten per E-Mail und speichert sie nicht in der Datenbank. Spam-Schutz ohne fremden Server bietet seit Joomla 6.1 das Plugin „CAPTCHA - Proof of Work“. Formular-Erweiterungen speichern Einsendungen oft zusätzlich in der Datenbank, manche auch die IP-Adresse; prüfen Sie, ob sich das abschalten oder eine Löschfrist einstellen lässt.
WordPress
Contact Form 7 speichert Einsendungen von sich aus nicht, andere Formular-Plugins legen sie oft in der Datenbank ab. Prüfen Sie dort die Einstellungen zum Speichern und Löschen. Für Auskunfts- und Löschanfragen hat WordPress unter „Werkzeuge“ eigene Seiten zum Exportieren und Löschen personenbezogener Daten.
So prüfen Sie es
- Öffnen Sie die Seite mit dem Formular in einem privaten Fenster und drücken Sie F12.
- Schicken Sie eine Testnachricht ab und sehen Sie im Reiter „Netzwerk“ nach, wohin die Daten gehen: an Ihre eigene Domain oder an einen fremden Server?
- Achten Sie vor und nach dem Absenden auf Anfragen an reCAPTCHA, Tracking- und Werbe-Dienste.
Unser kostenloser Check zeigt ohne Absenden, wohin Formulare senden, ob sie verschlüsselt senden und ob reCAPTCHA lädt.